Sind Affiliate Links auf Facebook und Co. erlaubt?

Sind Affiliate Links auf Facebook und Co. erlaubt?

Affiliate Marketing erfreut sich großer Beliebtheit. Schließlich ist das Konzept der Vermittlungsprovision so schön simpel und in Zeiten des Internets auch so einfach umzusetzen. Auf so gut wie jedem Blog sind die Affiliate Links vorzufinden (häufig glücklicherweise als solche gekennzeichnet), seit geraumer Zeit auch vermehrt auf Facebook und Co.

Dort werden die Bilderposts mit Sprüchen wie “Markiert einen Freund, der das Teil auch unbedingt braucht 😂” versehen und die passenden Werbelinks dazu gehauen – alles ohne passende Kennzeichnung. Ein Großteil der Nutzer weiß wahrscheinlich nicht einmal, dass ihnen Werbelinks untergejubelt werden. Ist an sich auch nicht weiter schlimm, zahlen sie doch nicht extra, sondern verhelfen dem Betreiber der Seite zu einer lukrativen Provision.

Doch ist das Posten von Affiliate Links auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. erlaubt? Falls ja, bedarf es einer ordentlichen Kennzeichnung?

 

Affiliate Links auf Facebook – Das sagt Facebook selbst

Facebook Smartphone

Folgend beschränke ich mich auf Facebook und den wohl beliebtesten Affiliate Anbieter Amazon.

Die hier gestellte Frage ist nicht neu und wurde bereits bei Facebook im Hilfeforum gepostet. Die Antwort eines Mitarbeiters hat nicht lange auf sich warten lassen:

 

Falls du Produkte oder Dienstleistungen anderer hervorheben möchtest, solltest du unbedingt unsere Richtlinien für Markeninhalte lesen.

Unsere Markeninhalte-Richtlinien gelten für verifizierte Seiten sowie verifizierte Profile (mit dem blauen Symbol) auf Facebook. Markeninhalte dürfen nur von verifizierten Seiten und Profilen gepostet werden. Markeninhalte sind per Definition solche Inhalte, die von einer Seite oder einem Profil stammen, die/das Produkte, Marken oder Sponsoren darstellt, die nicht mit dem Profil bzw. der Seite übereinstimmen.

Beim Posten von zulässigen Integrationen von Markeninhalten müssen verifizierte Profile und Seiten die Markeninhalte-Funktion verwenden, um die dargestellten Produkte, Marken bzw. Sponsoren Dritter zu markieren.Facebook Hilfeforum

 

Heißt zusammengefasst: Sobald ein Produkt / eine Dienstleistung Dritter hervorgehoben werden soll, muss das von Facebook bereitgestellte Branded-Content-Tool dafür genutzt werden. Dieses steht jedoch nur verifizierten Seiten sowie verifizierten Profilen zur Verfügung.

Für kleinere, nicht verifizierte Influencer o.ä. entsteht somit eine Art Zwickmühle. Vom Gesetz her (mehr dazu weiter unten) müssen Werbebeiträge auch als “Werbung” oder “Anzeige” gekennzeichnet werden. Allerdings haben sie auf Facebook keinen Zugriff auf das Tool und würden somit bei einem öffentlichen Post gegen die Branded Content-Richtlinien von Facebook verstoßen.

 

Affiliate Links auf Facebook – Das sagt Amazon

Wie oben bereits erwähnt, beschränke ich mich bei den Affiliate Programmen auf Amazon. Es ist weit verbreitet und dürfte wohl für die meisten von Interesse sein.

An sich verstößt das Verteilen von Affiliate Links auf sozialen Plattformen wie Facebook nicht gegen die Richtlinien von Amazon. In einem hauseigenen Post wird sogar anscheinend dafür geworben:

 

  • Soziale Netzwerke eignen sich dafür den Traffic der eigenen Webseite zu erhöhen
  • Durch das Nutzen von Sozialen Netzwerken bist Du nicht mehr allein auf den Traffic von Suchmaschinen angewiesen

amazon-affiliate.eu

 

Gleichzeitig weißt aber Amazon auch darauf hin, dass das Setzen von Partnerlinks nicht gegen die Richtlinien von Amazon oder der jeweiligen Plattform verstoßen darf. Weiter muss euch das Amazon Partner-Konto gehören, dessen Links ihr verbreitet und ihr müsst der Betreiber der Profile auf Facebook und Co. sein.

Das Posten an sich scheint also kein Problem zu sein, doch wie sieht es mit der Kennzeichnung aus?

Links gelten als Werbung und müssen deshalb auch in Sozialen Netzwerken als solche gekennzeichnet werden. Hierfür kannst Du einen schriftlichen Hinweis direkt im unmittelbaren Umfeld des Links verwenden. Bei Facebook ist dies beispielsweise der Post, in dem sich der Affiliate befindet und bei YouTube die Videobeschreibung. Neben dem Erfüllen der gesetzlichen Pflicht sorgt dies auch für eine Transparenz bei den Nutzern.amazon-affiliate.eu

Die meisten Nutzer von Affiliate Links in sozialen Netzwerken verstoßen also gegen die Richtlinien von Amazon. Eine entsprechende Kennzeichnung konnte ich nämlich so gut wie noch nie erkennen.

Wie so eine Kennzeichnung aussehen könnte? Mit Bezeichnungen wie “Werbung” oder “Anzeige” seid ihr so gut wie immer auf der richtigen Seite (soweit ich dies mit meinem Wissen beurteilen kann). Bei Werbelinks könnte aber auch ein netter Hinweis wie “Bei diesem Link handelt es sich um einen sog. Affiliate Link. Ihr kauft zum unveränderten Preis ein und unterstützt mich gleichzeitig durch eine kleine Provision seitens Amazon” beigefügt werden. Zum Thema Moral verliere ich später auch noch ein paar Worte.

 

Affiliate Links auf Facebook – Das sagt das Gesetz

Justiz / Gesetz

Facebook, Twitter, YouTube, Amazon und wie sie auch alle heißen: An erster Stelle steht natürlich geltendes Recht, nach dem wir uns richten sollten. Verstoßen wir gegen Richtlinien von Facebbok und Co., können wir von den Plattformen ausgeschlossen werden. Verstoßen wir hingegen gegen Gesetze, tut das schon etwas mehr weh.

Einen wirklichen empfehlenswerten und ausführlichen Artikel zu dieser Thematik findet ihr bei allfacebook.de. Zusammengefasst heißt es:

 

Eine Werbekennzeichnung ist notwendig, wenn

  • für die Präsentation eines Produktes ein Entgelt gezahlt wurde;
  • oder auf den Inhalt Einfluss genommen wurde oder eine Publikationspflicht bestand;
  • oder das Produkt werblich im Mittelpunkt steht;
  • oder das überlassene Produkt (bzw. der Wert seiner Nutzung) mehr als 1.000 Euro wert ist.

allfacebook.de

 

Geregelt wird diese Thematik u.a. in §6 TMG. Doch nirgends steht direkt etwas von einem Affiliate Link? Bloggerlaw erklärt es so:

 

Erhält der Blogger durch die Platzierung sogenannter „Affiliate Links“ eine Provision, liegt darin die Bezahlung des Bloggers. Kennzeichnung ist hier Pflicht – wie genau diese zu erfolgen hat, ist aber nicht abschließend geklärt. Anbieten würde sich beispielsweise der Hinweis in der Überschrift „Enthält Werbelinks“ oder ein Hinweis nach dem eingefügten Link.Bloggerlaw

 

Die meisten Erläuterungen beziehen sich auf den eigenen Blog. Für mich lassen sie sich jedoch auch auf soziale Netzwerke übertragen.

 

Affiliate Links auf Facebook – Die Moral?

Schon aus Gründen der Transparenz würde ich alle Affiliate Links auch als solche kennzeichnen. Wenn Leute mit der Argumentation ankommen wie “Warum denn? Es schadet doch keinen, wenn die Kennzeichnung fehlt.”, könnten sie nach der gleichen Logik ja auch die Kennzeichnung hinzufügen. Schadet schließlich niemanden. Dafür wissen aber Leser / Besucher Bescheid.

Es kommt natürlich auch darauf an, wie das Profil betrieben werden soll. Ist eine Bindung zu den Lesern gewünscht oder soll einfach nur viel Geld gescheffelt werden? Hier entscheidet jeder selbst.

Sich einen guten Ruf aufzubauen dauert lang. Ihn zu verlieren manchmal nur wenige Sekunden.